Schilddrüsen- und
Osteoporosepraxis

Dr. Michael Lehner

Facharzt für Nuklearmedizin
Arzt für Allgemeinmedizin
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Osteoporose

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Was ist Osteoporose?

Osteoporose bezeichnet eine Erkrankung des gesamten Knochenskeletts, die mit einer Verringerung der Knochenmasse und einer Veränderung der Mikroarchitektur des Knochens einher geht. Dadurch verliert der Knochen seine Festigkeit und Stabilität und die Wahrscheinlichkeit für Knochenbrüche nimmt zu.
In Österreich sind über 700.000 Menschen an Osteoporose erkrankt, 83% davon sind Frauen. Man kann praktisch von einer „stillen Epidemie“ sprechen, da die Osteoporose oft viele Jahre leider unentdeckt bleibt und erst mit dem Auftreten einer Fraktur (häufig Wirbelkörper- oder Hüftfraktur) bemerkt und behandelt wird.

Wie kommt es zur Osteoporose?

Das Knochengewebe des Menschen unterliegt einem präzisen Gleichgewicht, das sich durch einen ständigen Auf- und Abnahmeprozess definiert. Bei der Osteoporose erfährt dieses Gleichgewicht eine Störung und der Abbau von Knochensubstanz überwiegt. In Folge nehmen sowohl Knochendichte als auch Knochenqualität ab.

Die häufigste Ursache der Osteoporose ist der Abfall der weiblichen Sexualhormone in der Menopause. Durch den Wegfall von Östrogen kommt es relativ rasch zu einem erheblichen Knochenmasseverlust.
Aber auch Männer können an Osteoporose erkranken. Hier sind es jedoch vor allem bestimmte Erkrankungen oder Lebensstil-Faktoren, die zur Osteoporose führen.
Längere Kortisoneinnahme führt ebenfalls zu einer Verminderung der Knochenmasse, weshalb vor und während der Therapie unbedingt eine osteologische Abklärung erfolgen sollte.

Welche Risikofaktoren führen zur Entstehung der Osteoporose?

  • Ernährungsfehler (Alkoholmissbrauch, exzessive Zufuhr von Koffein, Unter- oder Fehlernährung)
  • Rauchen
  • Langfristige Medikamenteneinnahme (Cortison, Protonenpumpenhemmer, …)
  • Bewegungsmangel
  • Familiäre Vorbelastung
  • Krankheiten, die zu einer negativen Kalzium-Bilanz führen (Zöliakie, Morbus Crohn, Hyperthyreose, Diabetes, Erkrankungen der Nebenschilddrüsen, …)

Wie macht sich Osteoporose bemerkbar?

Die bloße Verringerung der Knochenmasse verursacht selbst keine Symptome -  auch zunächst keine Schmerzen.
In vielen Fällen sind die ersten Anzeichen Knochenbrüche im Bereich der Wirbelsäule, Rippen, Speiche, Becken oder Oberarme.
Folgende Umstände verdienen besondere Beachtung und sollten ernst genommen werden:

  • Knochenbrüche die durch geringe Belastung ausgelöst werden wie etwa Stolpern, Fall aus dem Stand oder Heben schwerer Lasten.
  • Knackgeräusch im Rücken gefolgt von starken Schmerzen.

Wie wird die Osteoporose behandelt?

Die Prävention von Osteoporose ist eine lebenslange Aufgabe. Ausgewogene Ernährung und regelmäßige körperliche Aktivität – bereits von Kindesbeinen an – haben großen Einfluss auf die Knochengesundheit im Alter und sind oft wirkungsvoller als eine medikamentöse Therapie.
Zu einem knochengesunden Leben trägt auch wesentlich Bewegung bei. Körperliche Aktivität hat eine wichtige schützende und stärkende Wirkung auf das Knochengerüst. Sie aktiviert die knochenaufbauenden Zellen. Ernährung und Bewegung beeinflussen aber nicht nur den Aufbau der Knochensubstanz, sondern auch die Geschwindigkeit und die Intensität der Abbauvorgänge.

So stärken und schützen Sie Ihre Knochen

Ausreichend Kalzium: Kalzium spielt als Hauptbestandteil der Knochen in der präventiven Ernährung eine zentrale Rolle. Da der Knochenaufbau im Kindes- und Jugendalter erfolgt, sollte insbesondere in diesem Lebensabschnitt ausreichend Kalzium über die Nahrung aufgenommen werden. Aber auch im Erwachsenenalter ist eine bedarfsdeckende Zufuhr an Kalzium für ein gesundes Knochengerüst erforderlich.

Für 13- bis unter 19-jährige Kinder und Jugendliche wird eine tägliche Aufnahme von 1.200 Milligramm Kalzium empfohlen, für Erwachsene 1.000 Milligramm pro Tag.

Diese Nahrungsmittel enthalten zusammen 1.000 Milligramm Kalzium:
•    250 Gramm Joghurt (fettarm),
•    50 Gramm Gouda-Käse,
•    200 Gramm Broccoli (gekocht) und
•    ein Liter kalziumreiches Mineralwasser (Gehalt pro Liter ab 150 Milligramm).

Ausreichend Vitamin D: Vitamin D ist für die Aufnahme des Kalziums aus dem Darm und dessen Einbau in den Knochen wichtig. Untersuchungen zeigen, dass in Österreich die Versorgung mit Vitamin D unzureichend ist. Der Körper stellt dieses fettlösliche Vitamin zwar zum größten Anteil mithilfe von Sonneneinstrahlung selbst in der Haut her, aber auch eine ausreichende Zufuhr über die Nahrung ist wichtig. Es wird daher empfohlen, pro Woche zwei Fischmahlzeiten zu verzehren. Täglicher Aufenthalt im Freien unterstützt zudem über die körpereigene Synthese von Vitamin D Ihre Knochengesundheit.

Untergewicht vermeiden: Eine geringe Körper- und Muskelmasse begünstigen die Osteoporoseentstehung. Hiervon sind häufig junge Frauen mit Essstörungen betroffen. Bei starkem Untergewicht (BMI unter 19) kann es über das Ausbleiben der Regelblutung (hormonelle Störungen) zu einer negativen Beeinflussung des Knochenstoffwechsels kommen. Normalgewicht ist ein wichtiger Schutz gegen Osteoporose.

Reichlich körperliche Bewegung: Wer seine Knochen schonen möchte, soll diese nicht ruhigstellen, sondern – im Gegenteil – beanspruchen. Mangelnde mechanische Belastung, also ein Mangel an körperlicher Bewegung, begünstigt die Entstehung von Osteoporose. Sportarten, bei denen das eigene Gewicht eingesetzt wird, zeigen diesbezüglich die beste Wirkung.

Bei der medikamentösen Behandlung sind die Grenzen zwischen Prophylaxe und Therapie häufig fließend. Ist die Osteoporose diagnostiziert, stellen Medikamente die zentrale Säule der Behandlung dar. Hier wurden in den letzten Jahren große Fortschritte erzielt: Mittlerweile stehen zahlreiche Medikamente zur Verfügung, um Betroffenen zu helfen.
Von Präparaten zur Schmerzlinderung abgesehen, zielen alle Osteoporose-Medikamente darauf ab, den beschleunigten Verlust an Knochenmasse und die Verschlechterung der Mikroarchitektur des Knochens aufzuhalten sowie den Aufbau des Knochens zu unterstützen. Letztlich soll das Risiko von Knochenbrüchen, die zu nachhaltigen Beeinträchtigungen der Lebensqualität führen können, soweit wie möglich minimiert werden.

Welche Medikamente gibt es zur Behandlung von Osteoporose?

Basis jeder medikamentösen Osteoporose-Prophylaxe und -Therapie ist die ausreichende Versorgung des Patienten mit Kalzium und Vitamin D3.
Für die Therapie werden eine Dosis von 500–1.000 mg Kalzium täglich - je nach Ernährungsbedingungen - und eine Dosis von 400–1.000 IE (entspricht 10–25 µg) Vitamin-D – je nach Ernährungsbedingungen und/oder Zugehörigkeit zu einer Risikogruppe - täglich verabreicht.
Zusätzlich werden verschiedene andere Medikamente eingesetzt. Die wichtigsten Präparate, die in der medikamentösen Behandlung der Osteoporose zur Anwendung kommen, sind:

  • Bisphosphonate
  • Denosumab
  • Raloxifen
  • Strontiumranelat
  • Parathormon
  • Östrogen (weibliches Sexualhormon)